Warum ich tue, was ich tue!     

 

Am 08.Januar 2018 war mein zweiter Geburtstag und nach 18 Jahren habe ich ihn schon fast vergessen, hätte meine Mum mir nicht eine "Alles Gute" - Nachricht geschrieben... Ich war 15 als ich wiederbelebt wurde und man meinem Körper keine Chance mehr gegeben hat. Mein Herz war einfach durch. Man war ehrlich zu mir. Ende Gelände! 

Mit Glitzer-Stiften diktierte ich mein Testament. Lies aufschreiben was ich an meiner Beerdigung tragen möchte und das bitte einmal noch auf mich angestoßen werden sollte. Ein letztes Mal! Eine letzte Party! 

Angst hatte ich keine, aber den unerträglichsten Kummer um meine Familie und meine Freunde, die ich für immer verlassen sollte. Alles war gut "da", voller allumfassender Liebe. Strahlend, so strahlend. Es fehlte nicht mal mehr ein Schritt. Alles war bereit. 

Ob ich noch einen Wunsch hätte, den man mir hier in der Reha-Klinik erfüllen könnte! Ja! Ich möchte zu den Pferden raus, die glücklicherweise Teil des Reha-Konzepts waren. In Begleitung des Arztes, meiner Eltern und was weiß ich noch wem, stand ich bei meterhohen Schnee mit Sauerstoff in der Nase vor der ewigen Liebe meines Lebens: einem Pferd. Meine Erinnerungen an diese Zeit sind verschwommen und ich weiß nicht, welcher Pakt in diesem Moment geschlossen wurde, aber es muss ein guter gewesen sein. 

Mein Herz erholte sich aus medizinischer Sicht auf unerklärliche Weise und ich fand den Weg zurück ins Leben. 

 

Seitdem hat sich sehr viel in mir verändert. Es ist fast so als hätte man mir auf der "anderen Seite" etwas mitgegeben für hier, eine Art Geschenk. Ein bisschen von der Liebe und dem Strahlen dort. Etwas, was meine Augen nicht sehen, dafür aber mein Herz umso mehr. 

 

Vielerlei Kämpfe liegen bisweilen hinter mir und jedes Mal waren es die Pferde, die mit mir zurück ins Leben galoppierten. Selbst als ich nach einer Woche Koma niemanden erkennen konnte, das Foto meiner Stute konnte ich zuordnen. 

Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die lassen sich einfach nicht mit Worten erklären. Ich weiß aber, das Pferde ein unendliches Potential in sich tragen um uns Menschen ganz werden zu lassen, zu heilen und zu erkennen. Ich weiß nicht, ob ich noch hier wäre, wenn es damals vor 18 Jahren den Pakt zwischen mir und den Pferden nicht gegeben hätte... aber ich bin verdammt dankbar dafür!

  

In der tiefen Gewissheit, dass das Leben das größte Geschenk ist, 

Deine 

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