Bevor ich mich selbst Pferdegestützter Coach nennen durfte, erwartete mich neben der Ausbildung ein Coaching mit Friese Maxim...     

 

Ich möchte Dir in diesem Artikel von meiner ersten Erfahrung eines Pferdegestützten Coachings erzählen und gewähre Dir damit einen echt intimen Einblick in mein Seelenleben. Anhand meiner Geschichte kann ich Dir hoffentlich die unglaubliche Wirkung eines Coachings mit Pferden verdeutlichen. 

 

Als sich das hölzerne Tor zum wiederholten Male an diesem kühlen Maitag öffnete und Maxim in die runde Halle schreitete, setzte mein Herz ergriffen von der Anmut des rabenschwarzen Pferdes einen Schlag aus. Maxim. Vom Strick befreit schwebte er einige wenige Schritte über den sandigen Boden. Das wellige Haar des Friesen fiel wie gemalt an ihm herab und umschmeichelte selbst seine kleinste Bewegung. Er positionierte sich auf der gegenüberliegenden Seite, so dass wir alle einen perfekten Blick auf seine Schönheit erhaschen konnten. So stand er mit hoch erhobenen Kopf edel und erhaben und doch so weit weg. Es schien mir als würde er im Gegensatz zu seinen Vorgängern keinen Wert darauf legen in Kontakt mit der Handvoll Menschen um ihn herum zu treten. Trotzdem konnte ich meine Augen einfach nicht von ihm lassen, obwohl Franziska bereits das Wort wieder ergriffen hatte. Ich merkte nicht einmal wie Franziska rechts von mir in die Hocke ging und sich an einer der gewölbten Gestänge meines Rollstuhls leicht festhielt. „Maxim hat ein ähnliches Problem wie Du - kannst Du dir vorstellen welches?“, ihre Stimme war ganz leise und sanft. DIe Frage verwirrte mich. Ich konnte beim besten Willen keine Parallelen zwischen dem vollkommenen Hengst und mir erkennen. Eigentlich war er alles was ich definitiv nicht war: groß, muskulös, gesund. Ich schüttelte den Kopf. „DIe meisten Menschen sehen nur sein Äußeres!“, Franziska wandte den Blick von Maxim und konnte mit ihren herrlich warmen Augen bis in die dunkelste Ecke meiner stolzen Seele hinab sehen. Das Blau meiner Augen verschmolz mit ihrem Braun. Maxim löste sich wie von Zauberhand aus seiner statuenhaften Pose und fand sich direkt neben mir ein. In mir bebte es. Mein Herz schlug gegen die Brust. Die Gedanken überschlugen sich. Ich starrte den dicht neben mir stehenden Hengst an. Ein vergessener Schmerz schraubte sich explosionsartig empor und fand Erlösung in einem Meer aus stillen Tränen. Maxim schnaubte zufrieden ab und senkte seinen herrlichen Kopf. 

 

Obwohl ich nicht den Eindruck von mir hatte, ich hätte Coaching-Bedarf, war ich so unendlich dankbar für diese Erfahrung. Der unverstellte Blick von außen ermöglichte mir endlich ein Thema anzugehen, das ich so niemals hätte angesprochen. Das Bewusstsein über den eigenen Schmerz, die eigenen Wunden ist der erste Schritt in Richtung Heilung. Maxim erlaubte mir diesen Schritt. Ähnlich wie Maxim reduziert man mich meist auf meine äußere Erscheinung: die junge Frau im Rollstuhl mit dem zerbrechlich zarten Körper, der trotz seiner Leichtigkeit einer Feder gleich kaum eine Bewegung zu lässt. Für eine Vielzahl von Menschen ein bedauernswertes Leben. Für mich nicht! Für mich ist dieses Leben und dieser Körper nie ein Problem gewesen. Ich kenne es von Anfang an nicht anders und bin sogar dankbar dafür. Genau durch diesen Körper konnte mein Geist seine Flügel ausbreiten. Welch segensreiche Erkenntnis! 

 

Als die kurze und dennoch gewaltige Tränenwelle abebbte, war mein Blick wie frei gewaschen. Mein Herz fühlte sich herrlich leicht an. Ich begann zu erkennen und war endlich bereit meine Fähigkeit im Umgang mit Menschen anzunehmen. Meine nun klaren Augen fanden sich in Franziskas wieder  und wir konnten Strategien für meinen künftigen Weg entwickeln. In nur einem Coaching platzte mein innerer Knoten, der mir schon lange sagen wollte, dass weitaus mehr in mir steckt als man mir in meiner beruflichen Vergangenheit glauben lassen wollte. Nun fand mein ungebrochener Glaube an mich die ersehnte Erlösung. 

 

In den darauf folgenden Tagen der Ausbildung coachte ich als hätte ich nie etwas anderes getan. Ich war erfüllt von Leichtigkeit und Freude. An Hunger oder gar Müdigkeit war nicht im geringsten zu denken. Zu sehen und zu spüren, welch fantastische Quantensprünge durch meine intuitive Art mit den Pferden zu coachen plötzlich möglich waren, begeisterten mich. Wie bei einem Puzzle setzten sich all die verschiedenen Elemente meines bisherigen Lebens zusammen und ergaben jetzt ein stimmiges Gesamtbild. Ich war angekommen!

 

In liebevoller Dankbarkeit und Erinnerung an Maxim und Franziska, 

Deine 

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